Telemarkkanal - Segeln in Skandinavien

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Telemarkkanal

Törns > 2004 Norwegen-Telemarkkanal





 Der Telemarkkanal führt von Skien in Südnorwegen über Schleusen auf die höher gelegenden Seen nach Norden und Westen in eine Gebirgslandschaft. Er wurde im 19. Jahrhundert zur Versorgung der Industrien gebaut und wird auch noch heute dazu genutzt. Er ist von Segelyachten bis 12,8 m Masthöhe befahrbar.


Karte aus  Wikimedia Commons ist gemeinfrei


Aber zuerst segelte ich erstmal allein bis Skien. Die kleinen Schwimmstege waren belegt, aber an der Pier war noch ein Platz, genau dort wo auch noch eine Leiter in der 2 m hohen stählernen Spuntwand eingelassen war. Die durch das kleine Kraftwerk verursachte Strömung wirbelte mich ziemlich unkontrolliert durch den Hafen und drückte meinen Bugkorb beim Anlegen dann zwischen zwei der Stahlträger.
Die ersten Schleusen und die Tour über den Norsjö waren dann mit Thormod ohne Probleme. Es war doch sehr hilfreich gerade in den ersten Schleusen nicht allein zu sein. Eigene Leinen brauchten wir nicht, sie wurden vom Schleusenwärter heruntergeworfen und vom ihm oben festgemacht, eine einfache Sache, wenn man zu zweit ist. Leider fuhren wir an einer der Sehenswürdigkeiten, der Mikaelshula, vorbei, ohne sie zu beachten. Wir waren doch noch zu sehr mit dem Kurs beschäftigt. Wenigstens ein Foto zu nehmen, dass habe ich mir dann für die Rückreise vorgenommen. Auf dem Norsjö bekamen wir einen Eindruck der grossen Weite, eigentlich auch ein schöner See zum Segeln, wenn der Wind gestimmt hätte.
In wunderbarer Ruhe verbrachten wir die Nacht, ein schöner Ort.
Der nächste Tag sollte nun der spannende Moment sein, ob die Durchfahrtshöhe unter der niedrigsten Brücke wirklich ausreichte. Es zeigte sich jedoch in der ersten Kammer, daß überraschend viel Platz zwischen Masttop und Brücke war, eigentlich unverständlich. Das klärte sich aber dann gleich auf. Wir saßen fest zwischen erster und zweiter Kammer, die Wassertiefe reichte nicht. Bug schon in der zweiten Kammer, Heck noch in der ersten. Dann neigte sich der Mast immer weiter, Hektik bei dem Schleusenpersonal. Dann schaffte es eine der jungen Frauen die hinteren Tore besser dicht zu bekommen. Diese zierlichen Mädchen verfügen doch über eine erstaunliche Kraft, aber das ist kein Wunder bei dem täglichen Träining, welches ein Bodybilding-Studio ersetzt. Der Wasserstand stieg nun an, und wir konnten in die zweite Kammer fahren. Nun ging es durch die Schleusen aufwärts bis Lunde.
In Lunde oberhalb der Schleuse erwartete uns dann ein traumhaft schöner Übernachtungsplatz, Idyllischer, ruhiger kann man sich einen Liegeplatz nicht mehr vorstellen.

Von Lund ging es dann alleine weiter durch die Schleusen und die großen Seen in der Telemark bis zum Ende nach Dalen
In der Galerie weitere Bilder, die ich während der Tour gemacht habe.
Mein Fazit:

  • Es gibt einige Schwierigkeiten für ein 29 Fuss Segelboot, wenn man allein unterwegs ist.
  • Die Schleusenwärter sind nicht so darauf eingestellt, weil es wohl nicht so häufig ist.
  • Die Leinen sind zum Teil zu kurz. Allein brauchte ich aufwärts einen Schleusenwärter, der eine Leine von oben dichtnahm. Das war kein Problem, weil ich nur in Kjeldal und Hogga allein aufwärts schleuste und dabei kein anderes Boot in der Schleuse war. In Vrangfoss wäre das vermutlich anders gewesen. Hier hat das Personal immer alle Hände voll zu tun. Bei einer um 10 m längeren Leine vorne, die dann zum Heck umgelegt wird, brauchte man diese Hilfe nicht (Götakanalsystem).
  • Abwärts ist alles einfacher. Aber auch hier reichte, in der Mitte des Bootes stehend mit beiden Leinen in den Händen, manchmal die Leinenlänge nicht. Meine Arme wurde immer länger, und ich musste in Richtung der kürzeren Leine gehen und konnte das Boot in der Mitte nicht mehr von der Wand abhalten.
  • Die Wände ab Vrangfoss sind auf der linken Seite für ein Boot ohne dicke Gummischeürleiste und für jemanden, der nicht ständig seit Boot abhalten kann, nicht zumutbar. Dazu bräuchte ich 3 Personen an Deck, Hanna hatte jedoch ein Handycap mit den Händen.
  • Die relativ hohen Mauern an den Warteplätzen haben zu wenig Möglichkeiten um schnell eine Leine fest zu machen. Man muss bedenken, dass wegen der undichten Schleusen überall etwas Strömung ist.
  • Zwischen Lunde und Lardal würde ich mir noch einen oder zwei geeignete Liegeplätze wünschen. Nach Kviteseid habe ich wohl einfach nur Pech gehabt.
  • Ich habe mich sehr über den unteren Gasthafen in Skien gewundert. Die Strömung ist einfach zu stark und die Spundwand zu hoch. Dabei hatte ich noch Glück, dass ich an einer Leiter lag. Oberhalb der Schleuse ist auf den ausgewiesenen Gastplätzen zu wenig Wassertiefe, es gibt aber 2 Plätze vor den Passagierschiffen.
  • Entschädigt wurde ich reichlich:
    • Das gesamte Schleusenpersonal ist ausserordentlich freundlich und hilfsbereit. Die Menschen haben sichtbar Spass im Umgang miteinander und den Bootsleuten und immer ein Lächeln im Gesicht. Das schafft frohe Urlaubsstimmung und man hat das Gefühl, das man als Gast willkommen ist.
  • Die historischen Anlagen sind eine Sehenswürdigkeit für sich. Es ist verständlich, dass man hier nicht modernisieren will, das würde einen grossen Teil des Charmes nehmen.
  • Die sehr schönen Liegeplätze in Ulefoss, Lunde, Lardal und Dalen haben mir sehr gefallen.
  • Die romantische Landschaft auf den gewundenen engen Wasserwegen, auch ein Paradies für Paddler.
  • Die grossen Seen, auf denen man wunderbar segeln könnte, ja wenn denn der Wind sich das anders überlegt hätte.
  • Die grossartige Berglandschaft, nach Westen immer dichter und höher werdend, für mich als Flachländer sehr beeindruckend. Freunde, denen ich Fotos gezeigt habe, meinten, das ist ja wie in Sankt Moritz. Nur da kommt man mit so einem Schiff nicht hin, und mit einem Auto ist alles nur halb so schön.
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